All about Dajos Béla

Eilali, Eilali, Eilala Comedian Harmonists Mit Dem Dajos Béla Tanzorchester
Eilali, Eilali, Eilala - on YouTube Dajos Béla (vln,ldr) Howard Osmond MacFarlane (tp) Karl Emmerling (tp) Ben Pickerin (tb) Wolf Gradis (as,cl)
Kurt Arlt (ts,cl) Joe Alex (as,cl) Arno Lewitsch (vln) Franz Grothe (1st p) Rex Allan (2nd p)
Harold M Kirchstein (bj,g) Beltran Alfonso (2nd g) Eduard Feige (sousaphone,b) Leon Collier (d)
Comedian Harmonists (vcl)
Berlin, 23. Februar 1929 - Be 8026 - Odeon O-2826

Ein Witz, der Dajos Bela zugeschrieben wird:
Was ist international? - wenn ein Russe mit einem ungarischen Namen, auf einer italienischen Geige, mit seiner echt amerikanischen Jazz-Band, einen Wiener Walzer in Berlin zum englischen Five o'clock Tea spielt …
Dajos Bela's war ein hervorragender Geiger und in der Weimarer Zeit einer der beliebtesten Bandleader in Deutschland, seine Platten wurden in viele Länder millionenfach verkauft.
Sein eigentlicher Name war Leon Golzmann, er war der Sohn eines Vaters aus Kiew und einer ungarischen Mutter. Er machte viele Aufnahmen für das Odeon-Label (ein Teil des Lindström-Imperiums, dem damalig größten Plattenhersteller in Europa).
In seiner erfolgreichsten Phase, den späten 1920er und frühen 1930er Jahre, produzierte er als Interpret und Bandleader mehr Schallplattenaufnahmen als jeder andere Unterhaltungsmusiker seiner Zeit.
Als erfolgreicher Unterhaltungsmusiker sah sich Dajos Béla aufgrund seiner jüdischen Herkunft schon vor dem Machtantritt der Nationalsozialisten mehrfach Hetzkampagnen ausgesetzt. Unter anderem wurde er wegen angeblich überzogener Honorare als "Hyäne des Rundfunks" bezeichnet.
In einem Hetzartikel in der "Deutschen Metallarbeiter Zeitung" (vom 30.9.1933) hieß es: "[…] wenn er mit Schmelz und Tremolo seinen Geigenbogen führte, war die Verniggerung des deutschen Volkes auf dem Höhepunkt, zuckten die Beine im hämmernden Rhythmus des Negerjazz."
Bélas letztes Konzert in Deutschland war im März 1933 im Hotel Excelsior, das brutal von einem Nazi-Kommando unterbrochen wurde. Er flüchtete nach Hause, in der gleichen Nacht flohen er und seine Frau nach Holland.
Die Umstände der überstürzten Flucht aus Deutschland schilderte Dajos Béla: "Im März 1933 wurde mein Konzert im Excelsior-Hotel in brutaler Weise durch einige SA-Leute unterbrochen, die auf die Bühne kamen und mich unter rohen Beschimpfungen und mit Drohungen aufforderten, sofort die Bühne zu verlassen, da im Hotel sich der Reichsstatthalter Epp und andere prominente Mitglieder der NSDAP aufhielten, die es sich nicht gefallen ließen , dass eine Judensau unter ihnen musiziere.
Ich war zu Tode erschrocken und ging sofort nach Hause. Da es sich zudem herumgesprochen hatte, dass man damals bereits daran ging, Juden die Pässe zu entziehen, fuhr ich noch in der gleichen Nacht mit meiner Frau nach Holland, unter Mitnahme des dürftigsten Reisegepäcks."
Als gesichert kann gelten, dass Dajos Béla zunächst nach Amsterdam, später nach Paris reiste. Die letzten in Berlin unter seinem Namen veröffentlichten Aufnahmen entstanden am 14.8.1933, vermutlich ohne seine Mitwirkung. .
Zwischen März 1933 und dem Beginn des Jahres 1935 befand sich Dajos Béla dauerhaft auf Tournee, nahm in Paris und London an diversen Aufnahmesessions teil und wirkte 1935 in Wien an dem Tonfilm "Tanzmusik" mit.
In der 'Epoca d'Oro' des Tango erreichten die Radios alle Haushalte. Von Radiosendern wie Radio Belgrano, Radio Splendid oder Radio El Mundo wurden regelmässige Tangosendungen mit fest engagierten Orchestern ausgestrahlt. 1935 erhielt er einen Vertrag beim Radiosender Splendid (später bei Radio El Mundo) in Buenos Aires, und zog im Frühjahr 1935 nach Argentinien.
Ebenso spielten er und seine Musiker in mehreren Tanzcafés, unter anderem im Richmond und im El Galeon. Er konnte manchen jüdischen Musiker-Kollegen vor dem Tod retten, indem er ihnen Verträge in seinem Orchester verschaffte. Zudem soll er in Buenos Aires ein deutsches Kaffeehaus eröffnet haben, das zwischen 1936 und 1945 deutschen Emigranten als Treffpunkt und Anlaufstelle diente.
Er schuf die Filmmusik für die Filme Compañeros (directed by Gerardo Húttula, 1936), Turbión (directed by Antonio Momplet, 1938) und '24 horas en libertad' (directed by Lucas Demare, 1939). Folgende Kompositionen von Dajos Bela in Argentinien sind namentlich festgehalten: "Un beso de tus labios" (Vals), "Adoro el mar" (Vals), "Aquí estoy solo contigo" (foxtrot), "Okey Mr. Pepe" (milonga), "Noches de Hungría, Gitano".
Diese Titel sind leider weder in der recht umfangreichen Liste von Todotango noch bei Tango.info aufgeführt, noch sind sie auf einer Tango-CD veröffentlicht worden. (NACHTRAG: Eine Komposition von Dajos Bela ist doch auf CD erschienen und der Nachwelt erhalten geblieben: Bei der oben erwähnten Aufnahme "Noches de Hungria, Gitano" handelt es sich um den von Enrique Rodriguez 1942 aufgenommenen Foxtrot Noches de Hungria (erschienen auf der CD "Bailando todos los ritmos"). Dajos Bela blieb in Argentinien bis zu seinem Tod 1978.
If you have information about Dajos Béla , please write to me: Heinz

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