Books dedicated to Django's life, work and time   Courtesy mainly of François Rousseau

Django Reinhardt - Alexander Schmitz and Peter Maier - (in German).
 
In German, En Allemand mais semble très intéressant.
I haven't read it...can't...(François Rousseau)

Einmalige Ausgabe!

Die Faszination, die von der Musik Django Reinhardts ausgeht, erscheint auch heute ungebrochen. Das vorliegende Buch will jedoch viel mehr, als nur die Erinnerung an einen großartigen Musiker wach halten: da sind zwei wirkliche Gitarrenexperten mit einer bisweilen bewundernswert kritischen Distanz dem Phänomen Django zu Leibe gerückt. 230 Seiten ungeschminkte Wahrheit über das so widersprüchliche Leben des Meisters, seine Stellung innerhalb der Jazzszene, seine harmonische Welt, seine Stilmerkmale oder seine Grifftechnik. Die Lebensgeschichte Djangos wird nachgezeichnet, über seine musikalischen Wegbegleiter und Einflüsse gesprochen und das ganze mit zum Teil bislang unveröffentlichten Fotos garniert.Oreos-Verlag

Vorwort
Biographisches
Der Mensch Analphabet, homo ludens, Genie – Freiheit, Hypertrophie, Krise 1
– Grappelly, Eifersucht, Krise II – Krise III
Der Musiker Die größere Zusammenschau – Akkorde, Bach, Zufallsinnovationen
– Die Palette wird breiter – Saiten-Hörner, Blues, Oktaven
– Von großen und kleinen Akkorden
– Die berühmteste Hand der Welt
– Der Traditionalist und der Strom
Die wichtigsten
Instrumente
Django Reinhardts
Frankreich: Maccaferris edle Damen
– Die Schönen aus der Neuen Welt – Synthese
Musiker um Django Reinhardt
Wichtige Gitarristen
aus der Reinhardt-Tradition
Zitate
Das Schallplattewerk
von Django Reinhardt
Anhang Alphabetisches Titelregister zum Schallplattenwerk
Alphabetisches Register der Kompositionen
Stilpragende Einflüsse in derMusik Django Reinhardts
Auswahl-Diskographie von Gitarristen aus der Reinhardt-Tradition
Abkürzungen
Glossarium wichtiger musikalisch-gitarristischer Fachbegriffe
Der Mensch

Analphabet, homo ludens, Genie
Die vergleichsweise wenig auf uns gekommenen Fotografien Django Reinhardts zeigen in der Mehrzahl einen Mann, für den sein Instrument, die Gitarre, mehr oder minder nur eine Art Akzessoire gewesen sein könnte, mit dessen pittoresker Gestalt sich zu schmücken lohnte für einen Menschen, dem äußerliche Wirkung, ästhetisierender Effekt, über alles gegangen sein mochten – scheinbar.
Der Mann selbst, mit seinem Menjou-Bärtchen über der Oberlippe, wirkt auf naive Betrachter spontan fast immer selbstgefällig, wie ein »Grande« alten iberischen Schlages, der in Körperhaltung und Gestus eine Vergangenheit mit sich zu tragen scheint, die um verblichenen Adel weiß, um eine Zeit, da Träume von Grandezza und attraktiver Virilität noch real waren, verdiente Prädikate im Rahmen eines unbewußt verkörperten Kulturraumes im Sinne des paidaia-Begnffs der Anthropologen und Kulturmorphologen, ganz im Sinne des berühmten Wortes von Remy de Gourmont: Le style, c’est l’homme – ein Fossil?
Bei genauerer Betrachtung der Persönlichkeit Django Reinhardts erschließt sich jedoch eine außerordentlich schillernde Figur, ganz untypisch in der europäischen Jazzlandschaft, aber dafür umso faszinierender. Wobei schon der Zweifel auftritt, ob man Django Reinhardt tatsächlich als einen Jazzmusiker sehen darf oder vielmehr als ein musikalisches Naturgenie, dessen Musik treffend nur mit seinem eigenen Namen beschrieben werden dürfte: denn Django spielt Django und sonst gar nichts.
Schillemd, ja, und ungeheuer individualistisch, nach europäischem Maß, das seit der musikalischen Orientierung an den Vereinigten Staaten gewiß immer auch eine bestimmte Uniformierung im Kopieren von Vorbildern impliziert hat, zumindest für die Dauer der Suche nach eigener Identität.
Solches hat Jean Reinhardt nicht nötig gehabt, jedenfalls nicht bis zum Anfang der fünfziger Jahre. Er war, ohne große Schwierigkeiten, immer er selbst geblieben, leidenschaftlich authentisch, und wem das nicht paßte, der brauchte sich ja nicht mit ihm abzugeben, wie das manche auch taten: Django lebte Django.
Ein in Belgien geborenes Zigeunerkind mit deutschen Wurzeln, dessen direkte Vorfahren sich, von Straßburg aus, zum ständigen Leben in Frankreich entschlossen hatten, fernab der Urheimat Rumänien, unterscheidet sich von heute aus gesehen unser Gitarrist von allen nach ihm gekommenen und von ihm hergekommenen Zigeunergitarristen vor allem dadurch, daß er musikalisch nichts gehabt hat, worauf er direkt, also: evolutionär, hätte aufbauen können, weil derartiges zu seiner Zeit eben niemanden interessierte, weder hüben noch drüben. Womit denn einmal mehr bewiesen sein könnte, daß akademische Bildung den Pionier, den Schulenbegründer nun mal nicht unbedingt machen muß, sondern einzig und allein die Kraft, die er aus sich selber schöpft. Ein wirklicher Neuerer, man kennt das aus Beispielen anderer Kunstgattungen, hat eben jene directio voluntatis, jene Wissenschaft und jenes Wissen um die Richtung, in die sie zu lenken sei, die ihn zum Meister auf seinem Feld machen.
Er hat Schule gemacht, aber keine Schule gehabt, nur einen einzigen kurzen Abend von einem selbsternannten Wohnwagen-Lehrer irgend etwas erzählt bekommen, das ihn so tödlich gelangweilt haben muß, daß er es schnellstens wieder vergaß und nie mehr dorthin zurückkehrte – ein frühes Signal. Also blieb er Illiterat, Analphabet, der die ihm später beigebogenen Buchstaben nur deshalb aufs Papier bekam, weil er sie betrachtete mit den künstlerisch begabten Augen des sich an Form und Gestalt ergötzenden Malers, der er auch war.

 
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